Unser Tag

Um 7.00 Uhr öffnet unser Freier Kinder-Garten Zerbst. Die pädagogische Fachkraft im Frühdienst bereitet das Frühstück vor. 

Kinder, die vor 8.00 Uhr in unsere Einrichtung kommen, können sich an den Vorbereitungen für das Frühstück (z.B. Brotkorb füllen, Gemüseteller herrichten, Kakao einrühren) beteiligen oder beschäftigen sich in den anderen Räumen des Hauses. Manche Kinder suchen sofort den Kontakt zu anderen Kindern, manches Kind möchte z.B. nur allein in der Werkstatt sitzen und malen. So kann jedes Kind seine „Ankommzeit“ individuell gestalten.

Die Verabschiedung von Mama oder Papa ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Manches Kind kann sich schnell trennen, ein anderes muss noch den rituellen Turm mit Mama bauen oder am Fenster winken oder Papa „hinausschubsen“.

Vor jeder Mahlzeit wird gemeinsam mit den Kindern ein mit der Gitarre begleitetes Lied gesungen und „gepiept“, d.h. angefasst und ein kleiner Spruch aufgesagt und somit gemeinsam „guten Appetit“ gewünscht. Der Frühstückstisch ist reichhaltig gedeckt. Die Kinder können frei wählen, was sie essen möchten und selbstständig oder mit kleinen Hilfestellungen ihre Brote schmieren und belegen, sich Cornflakes oder Kakao bzw. ein anderes Getränk eingießen. Kinder, denen die erste Runde um 7.45 Uhr zu zeitig war, haben um ca. 8.15 Uhr zur „2. Runde“ die Möglichkeit, an unserem gemütlichen Frühstück am Küchentisch teilzunehmen. Es ist aber immer als fließender Übergang in der Zeit von 7.45 Uhr bis 8.45 Uhr zu verstehen. Täglich fühlen sich auch Eltern dazu eingeladen und können sich bei einer Tasse Kaffee oder Tee austauschen. Jedes Kind beendet seine  Frühstückszeit individuell, räumt sein Geschirr ab und geht danach in den Waschraum in der unteren Etage zum Waschen.

Um 8.50 Uhr ist die Frühstückszeit beendet. Nachdem die Küche aufgeräumt ist, versammeln sich alle kleinen und großen Leute um 9.00 Uhr im Lauten Zimmer zum Morgenkreis. Dieser beginnt ebenfalls mit einem Lied. Danach zählen wir gemeinsam die anwesenden Kinder. Das geschieht täglich wechselnd in verschiedenen Sprachen. Russisch, Englisch, Deutsch und je nach Sprachtalent unserer FSJ-ler auch in Französisch oder Spanisch. Aber auch die abwesenden Kinder werden aufgezählt. So werden einerseits mathematische Grundkenntnisse vermittelt und andererseits das Gruppengefühl gefördert („Wer fehlt denn heute?“ „Ist er krank?“…) Ein beliebtes Ritual ist anschließend die Aktualisierung des von Eltern gestalteten Holzwandkalenders. Nach Datum, Wochentag, Monat, Jahr, Jahreszeit und Wetter werden die Täfelchen umgehängt. Im Morgenkreis erfolgt der gemeinsame Beginn des Kindergartentages bzw. der „theoretische“ Einstieg in die folgenden Tagesangebote. Das kann sehr vielfältig geschehen,
z.B. durch ein neues Lied oder einen neuen Tanz, ein Experiment, ein neues Spiel, die Vorstellung einer Mal- oder Basteltechnik, eine Geschichte, ein Neugierigmachen aufs Kochen, Backen oder die Salatherstellung an diesem Tag. Manchmal lesen wir auch eine Urlaubspostkarte vor oder es gibt andere Ereignisse, die einzelne Kinder unbedingt vor der Gruppe erzählen möchten. Der Sprechstab dient dazu, dass nur der redet, der ihn in der Hand
hält, alle anderen hören zu. 

Nach dem Morgenkreis haben die Kinder die Möglichkeit, aus den Angeboten zu wählen oder sie setzen ihre begonnene Tätigkeit fort oder orientieren sich ganz neu. Die Angebote sind altersgerecht und werden in Kleingruppen durchgeführt, um die Kinder ihrer Entwicklung entsprechend zu fördern. Die Themen sind aus den verschiedenen Bereichen des Bildungsprogramms, oft wird jedoch an einem bestimmten Projekt gearbeitet. 

Danach geht es an die frische Luft, wo oftmals an dem Projekt weiter gearbeitet werden kann. In unseren Garten mit den verschiedensten Möglichkeiten zum Spielen, Toben und Entdecken gehen wir möglichst einmal täglich. Oft stehen auch Exkursionen in den Waldfrieden, der uns
zu Naturbeobachtungen und Erkundungen einlädt, mit auf dem Plan. Gegen 10.45 Uhr hört man den Ruf: Aufräumzeit für die „Zuerst-Esser“ und nach dem Aufräumen und Händewaschen gehen erst die jüngeren Kinder in die Küche, damit sie in einer kleineren Runde das Mittagessen einnehmen können. 20 Minuten später kommen dann die größeren Kinder zum Mittagessen. Diese Kinder und Erwachsenen decken zusammen den
Tisch im Esszimmer und setzen sich an die lange Tafel. Die meisten Kinder sind „Essenkinder“, d.h. sie nehmen eine warme Mahlzeit von einem Essenanbieter ein. Die anderen, sogenannten „Obstkinder“ schneiden sich frisches Obst und/oder essen Joghurt oder Quark.

Nach dem Zähneputzen gehen die kleinen schlafbedürftigen Kinder ins Laute Zimmer, welches sich in einen Schlafraum verwandelt hat. Die Eltern entscheiden im Vorfeld, ob ihr Kind hingelegt werden soll. Alle anderen Kinder spielen leise und rücksichtsvoll in den Räumen der oberen Etage, basteln oder malen in der Werkstatt oder gehen wieder hinaus ins Freigelände.

Um ca. 14.00 Uhr wird zum gemeinsamen Vesper eingeladen. Bis 16.00 Uhr können die Kinder weiterhin frei spielen, dann schließt unsere Einrichtung ihre Pforten.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner